G'schichten von und mit uns

- Anekdote bei Planung einer Chorfahrt
- „Spirituals“
- Nachtgebet der Chorleiterin oder „Die Wut lässt nach“
- Sprüche zum Schmunzeln ...

  

Anekdote bei Planung einer Chorfahrt

Anfrage an das Tourismusbüro:

Sehr geehrte Mitarbeiterin des Tourismusbüros,

wir planen mit unserem Chor (ca. 30 Personen) unseren Chorausflug nach Kufstein und würden auch gerne die Festung besichtigen.

Können Sie mir bitte mitteilen, wie lange man für die Auffahrt und Abfahrt mit der Bahn rechnen muss und was sie kostet.

Antwort:

Sehr geehrte Frau Sontag,

vielen Dank für Ihr Interesse an Kufstein. Gerne bieten wir Ihnen eine Stadt- und Festungsführung an.

Geführter Rundgang durch die Stadt
Dauer 1 Stunde 15 Minuten
Geführte Besichtigung der Festung Kufstein (1 Reisebegleiter)
Dauer ca. 1 Stunde (zzgl. Auffahrt + Abfahrt)

Sehr geehrte Mitarbeiterin des Tourismusbüros,

vielen Dank für die ausführliche Information.
Meine dringendste Frage war wie lange die Bahnfahrt dauert (+ evtl. wie oft sie fährt), damit ich das Programm optimal erstellen kann, und wie hoch der Bahnpreis ist.

Sehr geehrte Frau Sontag,

leider muss ich Ihnen mitteilen, dass wir über Bahnpreise und Bahnstrecken keine Information haben. Diese Auskünfte erhalten Sie bei Ihrem Bahnhof oder unter im Internet unter www.oebb.at bzw. in Deutschland unter www.db.de.

Liebe Mitarbeiterin des Tourismusbüros,

Sie geben an: 1 Std. Führung zuzüglich Auffahrt und Abfahrt.
Um diese Auffahrt und Abfahrt geht es.

Sehr geehrte Frau Sontag,

bitte entschuldigen Sie, dass ich Sie falsch verstanden habe.

Diese Bahn ist im Eintrittspreis der Festung inbegriffen. Mit dem Wort "zuzüglich" habe ich gemeint, dass die Zeit der Auf- und Abfahrt dazugerechnet werden muss.

Resumée dieser Korrespondenz: keine Zeitangabe über die Auf- und Abfahrt, aber, - ich habe „verständlicherweise“ auch keine weitere Anfrage gestellt.

(Elke Sontag)

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„Spirituals“

Unser Chor war Gast bei einem Männerchorkonzert, wir wollten mit flotten Liedern, unter anderem auch Spirituals das Konzert beleben.

Die "Belebung" des Konzerts war dann bereits die Ansage zu unserem Auftritt. Eine ältere Dame, die durch das Programm führte, kündigte unseren Frauenchor mit den Worten an:" Der Frauenchor Cäcilia Inningen singt für uns Spirituals (gesprochen Spi ri tu als)". Die ersten Gäste im Publikum überkam ein Lächeln - unsere Chorleiterin die zunächst ins Publikum blickte, drehte sich zum Chor um, da sie ein Grinsen nicht unterdrücken konnte. Es ging weiter in der Ansage: "Spirituals (gesprochen Spi ri tu als) sind geistliche Lieder aus den Südstaaten von Amerika" Das Lächeln des Publikums wurde immer mehr ein Grinsen und krampfhaft unterdrücktes offenes Lachen. Unsere Chorleiterin, jetzt mit Blick zu uns, konnte ihren Gesichtsmuskeln freien Lauf lassen, natürlich ohne Ton( aber Muskeln allein sprechen ja nicht). Wir Sängerinnen kämpften sehr gegen unsere natürliche Regung an. Ich ging mit aller Macht im Geist den Text des Spirituals nochmals durch (die anderen Sängerinnen taten das, oder ähnliches sicher auch) denn sonst hätten wir die Ansage, es kam bestimmt noch zwei mal "Spi ri tu als" vor, nicht überstanden.

Selten haben wir auf eine Ankündigung einen solch frenetischen Applaus gehört, es war die Erlösung, nicht gerade der Welt, aber doch der angespannten Gesichtsmuskeln. Die Spirituals kamen beim Publikum sehr gut an, wir sangen auch mit besonderer Hingabe, die Erlösung ganz im Bewußtsein.

(Maria Bischof)

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Nachtgebet der Chorleiterin oder „Die Wut lässt nach“

Lieber Herrgott, steh’ mir bei, dass bei den Proben Ruhe sei, und dass aus dieser Weiberherde ein Kreis aus zarten Lämmlein werde. Auf dass sie nicht die Probe stören und nur auf mein Kommando hören, denn mir allein soll diese Runde gehorchen in der Sangesstunde.

Hilf mir auch, dass sie nicht verschlafen, wenn sie mal ruhig sind, die Braven, dass, wenn die Hände ich erhebe der ganze Chor auf’s Neu’ erlebe.

Hilf dem Sopran, so gut es geh’ hinauf bis zu dem hohen C. Bis tief in Keller hilf dem Alt und dass sie’s kapieren ziemlich bald, der Sopran immer die Höhe hält, damit der ganze Chor nicht fällt.

Hilf mir, dass ich niemals fluche und mit viel Geduld versuche dass dieser liebe  Frauenchor so schöne Töne bring’ hervor, so rein und klar wie Morgentau und den Text spricht ganz genau, den Mund so formt, wie sich’s gehört, meine Kritik auch keinen stört; und das Konzert zur Faschingszeit uns und das Publikum erfreut.

Und danach schick mir ab und zu ein neues Sängerherz dazu.        

(Andrea Nussbächer, 2010)

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Sprüche zum Schmunzeln ...

Heute sind Monika und Ursula nicht da, dann können wir ein schlampiges Englisch singen!

(Andrea Nussbächer, 13.10.2010)

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